Brandschutzerziehung im Kindergarten
Sankt Anna Tripsrath

Zu den Aufgaben der Feuerwehr gehört neben Einsätzen und Übungen auch die Brandvorbeugung. Dazu führt die Feuerwehr Brandschutzerziehung und Brandschutzauf- klärungen durch.
Daher machen die Vorschulkinder des Kindergartens Sankt Anna Tripsrath regelmäßig einen Besuch bei der Feuerwehr. Bereits im Vorfeld bekommen die Erzieherinnen des Kindergartens Ausbildungsmaterial von der Feuerwehr zur Verfügung gestellt, z.B. eine Fingerpuppe des Brandschutzhundes "Flori", mit

Kind:
bei Rauch auf allen
Vieren nach draußen

denen sie den Kindern auf spielerische Art das Verhalten bei einem Brand erklären können. Die Kinder lernen dabei auch, einen Notruf richtig abzusetzen.
Zu diesem Zweck besuchen dann zwei Feuerwehrleute den

Kind:
Sirene anmachen,
damit die Feuerwehr
weiß, es brennt.

Kindergarten, wobei sie von den Kindern meist mit Begeisterung empfangen werden. Im Gespräch erzählten die Kinder, was sie bereits über die Feuerwehr wissen. Den Kindern wird auch erklärt, dass sie, wenn sie die Sirene hören und gerade auf der Straße spielen,

Kind:
Notruf 112; erst muß die
Feuerwehr auflegen

die Straße verlassen und auf den Bürgersteig gehen sollen. Denn die Feuerwehrleute, die mit den Autos zum Feuerwehrhaus fahren, müssen sich beeilen und sollen ja möglichst schnell dort hinkommen.



Kind:
Man darf nicht die Feuerwehr
zum Spaß anrufen, sonst
sind die traurig.

Nach dieser Gesprächsrunde haben die Kinder die Möglichkeit, mit einem "echten Spezial-Telefon" einen Notruf zu üben, denn die Kinder wissen, dass sie nie zum Spaß die Feuerwehr anrufen dürfen.

Die Kinder bekommen auch erklärt, wie man eine Kerze richtig anzündet, und dürfen dies dann einmal ausprobieren. Ziel ist es, durch die Erlaubnis im Beisein der Eltern mit Streichhölzern und Feuer- zeugen umgehen zu dürfen, die Neugier der Kinder

Kind:
Nur mit Mama oder Papa
die Kerze anmachen.

zu stillen und den Reiz des Verbotenen zu nehmen. Die Kinder spielen sonst heimlich mit Streichhölzern oder Feuerzeugen, und wenn dann etwas in Brand gerät, trauen sie sich aus Angst nicht etwas zu sagen. Der dann entstehende Schaden kann schnell sehr groß werden, da es unter Umständen sehr lange dauert, bis der Brand bemerkt wird. Versteckt ein Kind sich aus Angst sogar, kann es durch den Brand sehr schnell in eine lebensgefährliche Situation kommen.

Den Kindern wird erklärt:

  • Das Streichholz in der Mitte anfassen, denn greift man zu weit nach vorne, verbrennt man sich und läßt es vor Schreck evtl. fallen und greift man zu weit zurück, bricht es ab.
  • Immer von sich weg ein Streichholz anreiben, um die eigene Kleidung nicht anzuzünden.
  • Nicht auf andere zu anreiben, um sie nicht zu gefährden.
  • Das Streichholz mit dem brennenden Ende nach oben halten, damit es nicht zu schnell brennt und die Flamme nicht an die Finger kommt.
  • Das Streichholz nicht ausschütteln, sondern auspusten, damit es nicht versehentlich heunterfällt oder gegen etwas Brennbares geschüttelt wird.

    Kind:
    ein gebrauchtes Streichholz
    im Aschenbecher, sonst
    brennt der Teppich

  • Das ausgeblasene Streichholz auf eine nicht brennbare Unterlage legen, z.B. einen Aschenbecher, da es immer noch heiß ist.
  • Beim Ausblasen der Kerze nicht mit dem Kopf über die Kerze gehen, da sonst die Haare anfangen können zu brennen.
  • Beim Ausblasen der Kerze nicht zu feste pusten, da sonst heißer Wachs mitgerissen wird, und man sich daran verbrennen kann.

 

Nachdem alle Kinder einmal den Notruf geübt und einmal mit Streichholz und Feuerzeug eine Kerze angemacht haben, gehen alle gemeinsam zum Feuerwehrhaus.
Hier wird das Feuerwehrfahrzeug besichtigt. Jedes Kind darf mal im Mannschaftsraum und auf dem Fahrersitz Platz nehmen und sich alles ansehen.

Bisher äußerten viele Kinder den Wunsch, auch in die Feuerwehr zu kommen. Nur ein Kind meinte einmal etwas traurig, es wolle nicht in die Feuewehr, da es ja schon Bauer werden wolle. Als wir ihm erklärten, dass es möglich ist, Bauer zu werden und in der Freiwilligen Feuerwehr zu sein, waren auch hier die Berufswünsche klar.

Selbstverständlich wird auch das Blaulicht und das Martinshorn einmal ausprobiert, was, wie man sehen kann, doch sehr laut ist.

Auch darf jedes Kind einen Feuerwehrhelm aufziehen, um sich mal richtig als Feuerwehrfrau oder Feuerwehrmann zu fühlen.
Nur einen Wunsch können wir leider nicht erfüllen:

Kind:
Haben einen Feuerwehrhelm angezogen, durften ihn nicht behalten.

Wenn in einem brennenden Haus ein Kind vermisst wird, gehen die Feuerwehrleute, um sich vor dem Rauch zu schützen, mit Atemschutz vor. Da die Feuerwehrleute mit Maske, Helm, Anzug und Atemschutzgerät nicht mehr sofort zu erkennen sind und durch die beim Atmen verursachten Geräusche etwas beängstigend wirken, wird den Kindern einmal gezeigt, wie sich ein Atemschutzgeräte- träger ausrüstet. Es wird ihnen erklärt, dass sie sich davor nicht zu fürchten brauchen und sich bei einem Brand bemerkbar machen und sich unter keinen Umständen verstecken sollen.

Kind:
Im Haus ziehen die
Gasmasken an, um
Luft zu bekommen.

Wie schwer ein Atemschutzgerät ist, wollen natürlich auch alle Kinder einmal ausprobieren und gemeinsam bekommen sie dieses auch hochgestemmt, alleine ist dies allerdings noch nicht möglich.

Bei einem Brand braucht die Feuerwehr selbstverständlich auch Wasser, aber wo bekommt sie das her?
Um das zu klären, wird den Kindern gezeigt, wie man aus einem Hydranten Wasser bekommt.

Kind: Das Wasser ist hochgeschossen.

Und was macht die Feuerwehr dann mit dem Wasser?

Spritzen! Und das durfte jedes Kind auch einmal ausprobieren.


Und da das so interessant ist, wird es für manche Kinder schwer zu verstehen, dass irgendwann auch mal andere Kinder mit dem Schnellangriff Wasser spritzen wollen, und geben den Schnellangriff am liebsten nie mehr her.

Kind:
Wir haben mit dem Schlauch gespritzt, mit viel Wasser.

Um bei so viel Begeisterung für die Feuerwehr keine Begeisterung für Feuer aufkommen zu lassen, haben wir nach einer Möglichkeit gesucht, den Kindern zu zeigen, wie gefährlich Feuer ist. Dazu bekommen die Kinder im Vorfeld die Aufgabe, ein Häuschen aus Pappkartons zu bauen. Dieses Häuschen, an dem die Kinder etwas hängen, da sie es selbst gebaut haben, wird zur Feuerwehr mitgenommen. Mit einem einzigen Streichholz, womit sie morgens eine Kerze angezündet haben, wird jetzt dieses Häuschen angezündet und brennt schnell ab.

Die Kinder sind dabei interessiert bei der Sache und beobachteten die Flammen genau. Aus der anfänglichen Freude beim Anblick der Flammen wird jedoch meist schnell Stille und Nachdenklichkeit,

Kind:
unser Haus abgebrannt, aus einer
kleinen Flamme alles Asche

wenn wir ihnen erklären, wie schnell es zu einem solchen Brand durch das Spielen mit Feuer kommt, und dass es dann kein Papphäuschen wäre, das brennt, sondern ihr Zimmer oder ihr Haus. Wenn wir erzählen, dass dann die Lieblingspuppe oder der Lieblingsteddy verbrennen würde, sind die Kinder etwas geschockt und versprechen, nur wenn die Eltern es erlauben und dabei sind, Streichhölzer und Feuerzeuge zu benutzen.

Kind:
Wir haben getrunken
und Süßigkeiten bekommen.

Um die Kinder etwas zu trösten, gibt es zum Schluss noch Süßigkeiten und eine Urkunde über die Teilnahme am Besuch bei der Feuerwehr.