Unser Ärmelabzeichen:

Ärmelabzeichen

Unser Ärmelabzeichen zeigt das Wappen der Stadt Geilenkirchen. Da viele nach der Herkunft des Wappens fragen, haben wir uns entschlossen, die Ursprünge des Geilenkirchener Wappens hier kurz darzustellen:
Die Herkunft des Wappens ist auf das frühe 14. Jahrhundert zurückzuführen. In dieser Zeit diente das Wappen als Siegel des Schöffenkollegiums in Geilenkirchen. Das für die Rechtsprechung zuständige Schöffenkollegium, das später auch die Aufgaben des Rates der kleinen Stadt Geilenkirchen übernahm, bestand aus sieben Schöffen, die auf Lebenszeit aus den Ortschaften des Umlandes bestellt wurden. Dabei diente das Siegel oftmals zur Beurkundung anstelle einer Unterschrift, da viele Schöffen schreibunkundig waren.
SchöffensiegelDas älteste bis heute erhaltene Schöffensiegel des Geilenkirchener Dingstuhls (Gericht) ist vom 4. April 1315. Das damalige Siegel zeigte einen geschweiften Löwen, welcher aus dem Siegel der Stadt Heinsberg stammt, da zu dieser Zeit das Geilenkirchener Land zur Herrschaft Heinsberg gehörte. Des weiteren zeigte das Siegel eine Gleve (heraldische Lilie), welche von der Zugehörigkeit der Pfarre Geilenkirchen zum Prämonstratenserinnenstift in Heinsberg herrührt.

 

Durch Erbfall fiel das Geilenkirchener Land 1484 zum Herzogtum Jülich. Dabei blieb das Siegel aber in seiner ursprünglichen Form erhalten.

Erst im Jahr 1556 erhielt der Dingstuhl Geilenkirchen nach der Zusammenschließung der kleinen Dingstühle Geilenkirchen und Teveren ein neues Siegel, welches durch Herzog Wilhelm von Düsseldorf verliehen worden war. Dieses bis heute erhaltene Siegel und Stadtwappen zeigt im oberen Feld des geteilten Wappenschildes einen wachsenden Jülicher Löwen mit doppeltem Schweif. Im unteren Feld zeigt es einen nach rechts schreitenden Vogel.

Stadtwappen

Um die Art des Vogels streiten sich seit jeher die Gemüter. So wurde der Vogel als Taube oder als Sittich interpretiert, aber auch als Falke wegen der territorialen Verbindung zu Falkenburg. Aber die meisten Erklärungen ergaben bei näherer Betrachtung keinen richtigen Sinn. Die bisher sinnreichste Beschreibung findet sich bei Reinartz, der in vielen Diskussionen in Wort und Schrift seine Auslegung vorgetragen hat. So schreibt Reinartz in der Geilenkirchener Volkszeitung vom 20.6.1954: "...Die Deutung als Papagei, wie er an der Schützenkette vorkommt, ist wohl besser, doch dürfte er nicht in das Wappen hereingekommen sein, weil in Geilenkirchen die Schützen in besonderer Weise dem Schöffengericht als vollstreckendes Organ zur Verfügung standen. Vielmehr gehört das Beizeichen zu den redenden Wappen. Wie bei so manchen anderen Schöffensiegeln des Jahres 1556 wurde auch hier auf den Ortsnamen zurückgegriffen. Die Eingangssilbe des Ortsnamens lautet "Gei"; sie hatte den gleichen Klang wie das alte "Gay", mit dem der Papagei bezeichnet wurde. ..."
Diese Auslegung wurde durch den Ornithologen H.E. Wolters bekräftigt. Dieser griff 1954 in die Diskussion um den Vogel im Gerichts- und heutigen Stadtwappen ein und legt dar, daß die Wahrscheinlichkeit groß ist, im Schützenpapagei, auf den die Schützen beim Vogelschuß zielten und an den die Wappengeber gedacht haben mögen, einen weiblichen Halsbandsittich anzunehmen. Dieser Halsbandsittich oder Kleiner Alexandersittich, der durch die Feldzüge Alexander des Großen im Abendland bekannt geworden war, und durch die seit den Kreuzzügen wieder lebhafter gewordenen Handelsbeziehungen zum Orient gegen Ende des Mittelalters wieder häufiger nach Europa gebracht wurde, war also hinreichend bekannt. Es wird sicher auch weiterhin Spekulationen und Diskussionen zu diesem Thema geben, aber der wahre Hintergrund des Wappenvogels wird wohl nie hundertprozentig aufgeklärt werden.

 

Zusammengefaßt:

D. Schröder

Quellen:

"Geilenkirchen - Geschichte einer Stadt" von H.-J. Sprünken Geilenkirchener Volkszeitung vom 20.06.1954