Unglück nahe Awacs-Basis:
US-Tankflugzeug abgestürzt

Großalarm gestern abend - Ein Toter und drei Verletzte geborgen

Geilenkirchen: Alarm im Kreis Heinsberg und im Grenzland: In einem Waldstück nahe der Nato-Basis in Geilenkirchen-Teveren ist gestern abend ein Flugzeug abgestürzt. Nach ersten offiziellen bestätigten Informationen handelt es sich nicht um eine Awacs-Maschine, sondern um ein Tankfleugzeug mit 18000 Litern Kerosin an Bord. Das Unglück soll sich gegen 20.40 Uhr unmittelbar nach dem Start, der in Richtung niederländischer Grenze erfolgte, ereignet haben. Aus etwa 200 Metern Höhe stürzte die Maschine ab. An der Unglücksstelle, die im Wald zwischen dem kleinen Ort Niederbusch und dem Flugplatz liegt, bot sich den Rettungskräften ein verheerendes Bild. Meterhoch schlugen die Flammen in den Nachthimmel. Augen- und Ohrenzeugen berichteten von mehreren Explosionen. Befürchtet wurde zunächst, daß die vier- oder fünfköpfige Besatzung den Tod gefunden haben könnte. Gegen 22 Uhr, als der Brand weitgehend gelöscht war, herrschte noch Rätselraten über das Schicksal der Crew. Wie wenig später aber von einem Pressesprecher aus dem Kreishaus in Heinsberg zu erfahren war, sollen ein Toter und drei verletzte Personen in dem Wald geborgen worden sein, vermutlich allesamt Besatzungsmitglieder. Großalarm war sofort nach den ersten Notrufmeldungen ausgelöst worden - nicht nur auf deutscher, sondern auch auf niederländischer Seite. Ein Polizeisprecher in Heinsberg: "Es ist alles unterwegs, was Beine hat." Auch aus den umliegenden Regionen wurden Kräfte in Marsch gesetzt, so der Bundesgrenzschutz und die Feuerwehr aus Aachen. Die Tanker gehören nicht unmittelbar zum multinationalen Awacs-Verband, sondern werden von einer amerikanischen Luftwaffeneinheit gestellt. Geilenkirchen-Teveren ist seit Anfang der achtziger Jahre Heimat des Nato-E-3A-Verbandes. Die erste Maschine mit dem markanten Radarpilz war dort am 24. Februar 1982 gelandet. Die Aufklärungsflugzeuge dieser bedeutenden Nato-Einheit haben insbesondere seit dem Ausbruch der Balkan-Krise viele tausend Einsatzstunden in dieser Mission geflogen. (disch/g.s.) aus: "Geilerkirchener Zeitung" vom 15.01.99