Der Absturz gibt Rätsel auf

Kein Flugschreiber an Bord
US-Maschine kippte über rechten Flügel ab - Zwei Opfer vermißt

Nur noch qualmende Trümmer: Zwei Feuerwehrleute vor dem Wrack des amerikanischen Tankflugzeugs, das bei der Nato-Basis in Geilenkirchen-Teveren abgestürzt ist. (g.s.)

 

Geilenkirchen: Die Flaggen bei Awacs auf Halbmast, Trauer in der Region: Bei dem Absturz eines Amerikanischen Tankflugzeugs vom Typ KC-135 am Mittwoch abend nahe der NATO-Basis in Geilenkirchen-Teveren sind alle vier Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen. Bis gestern abend wurden allerdings erst zwei der Opfer in den Trümmern gefunden. Hoffnung, die beiden Vermißten noch lebend bergen zu können, bestanden jedoch nicht mehr. Die US-Maschine war von einem Übungsflug, bei dem sie über der Nordsee einen Awacs-Aufklärer betankt hatte, zurückgekehrt und wollte mit rund 10000 Litern Kerosin als Restmenge an Bord landen, als sich der Pilot zum Durchstarten entschloß. Einem Heiweis auf technische Probleme gab es nicht. Nach dem Anstieg in einem steilen Winkel geriet das Flugzeug dann in eine instabile Lage und kippte über den rechten Tragflügel ab. Aus schätzungensweise 200 Metern Höhe stürzte die KC-135 in ein Waldgebiet, zerschnellte und ging in Flammen auf. Über die Absturzursache wurde am Donnerstag nur gerätselt. Ein Expertenteam der US-Luftwaffe, das auch die deutsche Generalflugsicherheit eingebunden hat, nahm nach Angaben des Awacs-Kommanders, Brigadegeneral Klaus Peter Stieglitz, die Ermittlungen auf. Das Handikap: Die Maschine verfügte nicht über einen Flugschreiber. Unmittelbar nach dem Absturz war ein Rettungseinsatz großen Ausmaßes angelaufen: 216 Feuerwehrleute aus Deutschland und den Niederlanden unterstützten die Fliegerhorst-Feuerwehr und stellten insbesondere die Wasserversorgung sicher. 78 Kräfte des Rettungsdienstes waren vor Ort, konnten den Opfern jedoch keine Hilfe mehr leisten. 235 Polizeibeamte kümmerten sich um die Absperrung und Verkehrslenkung. Das Technische Hilfswerk entsandte 97 Helfer. Vom Landrat des Kreises Heinsberg, Karl Gruber, wurde bei einer Pressekonferenz auf dem Flugplatz die hervorragende Zusammenarbeit zwischen den zivilen und militärischen Stellen betont. Aus: Geilenkirchener Zeitung vom 15.01.99