01.01.2003 Großbrand in Teveren:
800.000 Euro Schaden

Geilenkirchen-Teveren: Ein Schaden von geschätzten 800.000 Euro ist in der
Neujahrsnacht bei einem Großbrand in Teveren entstanden.
Den Flammen fielen fast sämtliche Gebäude eines großen Anwesens mit Mehrfamilienhaus, Stallungen und Lagerhalle zum Opfer. Menschen wurden nicht verletzt. Es ist nicht auszuschließen, dass ein verirrter Feuerwerkskörper des Silvester- spektakels die Ursache für den Brand ist.
Kurz nach 3 Uhr war am Neujahrs- morgen Nachbarn das lautstarke Wiehern der in den Stallungen an der


Die Flammen lodern schon aus dem Dachfenster, als die Drehleiter aus Übach-Palenberg eingesetzt wird.

Töpferstraße untergebrachten Pferde aufgefallen. Beim Nachschauen fiel eine starke Rauchentwicklung im Bereich der Pferdeställe auf, woraufhin die Nachbarn sofort die Polizei anriefen. Um 3.11 Uhr veranlasste die Leitstelle des Kreises Heinsberg in Erkelenz die Alarmierung des 2. Zuges der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Geilenkirchen mit den Löscheinheiten Teveren, Grotenrath und Nierstraß. Dazu wurde die Geilenkirchener Drehleiter zum Brandort gerufen. Wegen eines Defektes kam diese jedoch zunächst nicht zum Einsatz. Beim Eintreffen der ersten Feuerwehrkräfte schlugen bereits Flammen aus den Stallungen und aus dem benachbarten Lager- und Geräteschuppen. Außerdem drang Qualm unter dem Dach eines angebauten, noch nicht bezogenen Neubaus hervor. Zu diesem Zeitpunkt versuchte die Besitzerin des ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesens zusammen mit Nachbarn, die vier in den Stallungen untergebrachten Pferde zu retten. Dies gelang unter Mithilfe der Feuerwehrleute, so dass die Tiere auf die Weide gebracht werden konnten. Ein Ehepaar und ihre zwei Kinder befanden sich in der Silvesternacht in Bayern in Urlaub, so dass sich keine weiteren Bewohner des weitläufigen Mehrfamilienhauses in Gefahr befanden.


Mit mehreren C-Rohren bekämpften die Feuerwehrkräfte die aus dem Dach des Wohntraktes lodernden Flammen.


Während zunächst zwei C-Rohre zur Brandbekämpfung in den Stallungen zum Einsatz kamen, konnten die Feuerwehrleute ein Auto aus der Garage sowie einen Traktor und verschiedene Gerätschaften aus dem Lagerschuppen in Sicherheit bringen. Unterstützt von den Löscheinheiten Geilenkirchen, Gillrath, Hatterath, Tripsrath und später auch Prummern sah es zunächst so aus, als ob das Feuer unter Kontrolle gebracht werden könnte. Doch gegen 4.45 Uhr breitete sich der Brand weiter aus: Die brennenden Strohvorräte im Schuppen hatten für einen enormen Hitzestau gesorgt, der zu einer schlagartigen Durchzündung führte.

Der Rauch quoll nun auch in großen schwarzen Wellen unter dem Dach des direkt angebauten Wohnkomplexes hervor. Innerhalb von nur drei Minuten barsten die Dachziegel auf der ganzen Länge von rund 30 Metern, Flammen schlugen aus dem Dachstuhl. Jetzt war auch das Wohnhaus nicht mehr zu retten. Die Einsatzleitung forderte die Drehleiter der Übach-Palenberger Feuerwehr sowie die Drehleiter des Nato Fire-Departments zur Unterstützung an. Die Wasserversorgung wurde über Unterflurhydranten und das ebenfalls zur Einsatzstelle gerufene 8000-Liter-Flugfeldlöschfahrzeug des Awacs-Verbandes sichergestellt.


Am Dachstuhl müssen die Wehrleute auch die Axt einsetzen.


Rettung vor den Flammen: Neben diesem Pferd können auch noch drei weitere in dem Stall untergebrachte Pferde befreit werden.

Insgesamt setzte die Feuerwehr ein Dutzend C-Rohre sowie drei Monitore über die Drehleitern - die Geilenkirchener Drehleiter war inzwischen repariert worden - ein. Wegen der starken Rauchentwicklung erfolgte die Brandbekämpfung größtenteils unter Atemschutz. Über 60 Atemschutzgeräte wurden von der Besatzung des aus Erkelenz angereisten Atemschutzcontainers des Kreises Heinsberg wieder mit Atemluft befüllt. Insgesamt waren 76 Feuerwehrleute im Einsatz. Vorsorglich stand ein Rettungswagen in Bereitschaft, es wurde aber niemand verletzt. Aufgrund der langen Einsatzdauer hatte sich Einsatzleiter Stadtbrandinspektor Michael Meyer für die Anforderung des Betreuungs- und Verpflegungszuges des Deutschen Roten Kreuzes aus Heinsberg entschlossen. Auch der stellvertretende Leiter des Ordnungsamtes, Karl-Heinz Gromes, machte sich ein Bild vom Ausmaß des Brandes. Am Mittwochnachmittag dauerten die Löscharbeiten noch an. Das brennende Stroh musste mit einem Traktor aus dem Schuppen gezogen und abgelöscht werden. Ein Brandsachbearbeiter der Kreispolizeibehörde nahm am Morgen die Ermittlungen auf.

aus Geilenkirchener Zeitung vom 02.01.2003; Artikel und Bilder von Georg Schmitz