20 Menschen aus Wohnungen
und von Balkonen gerettet

Geilenkirchen: Ein folgenschwerer Brand im Keller eines Wohn- und Geschäftshauses Ecke Theodor-Heuss-Ring/Alte Poststraße in Geilenkirchen verlangte am frühen Samstagmorgen ein Großaufgebot an Rettungs- und Feuerwehrkräften.
20 von 25 im Haus gemeldeten Bewohnern wurden über Steckleitern und zwei Drehleitern gerettet. Zehn Personen mussten mit Rauchvergiftung in Krankenhäuser eingeliefert werden.


Über die Drehleitern aus Geilenkirchen und Übach-Palenberg werden die Menschen aus den oberen Stockwerken des total verqualmten Hauses gerettet.

Dramatische Szenen in Geilenkirchen: Bei Eintreffen der ersten Feuerwehrleute gegen 1.30 Uhr stehen mehrere Menschen auf ihren Balkonen und suchen Hilfe. Das 16-Familienhaus ist vom Qualm eingehüllt, die Frauen und Männer in den oberen Stockwerken müssen den Rauch unfreiwillig einatmen.
Bevor die Feuerwehrleute der zuerst eintreffenden Löscheinheit Geilenkirchen ihre Arbeit aufnehmen können, haben Polizeibeamte und Passanten von der benachbarten Baustelle eine lange Leiter geholt und sind über diese zu den Bewohnern im ersten Stock gelangt. Eine Frau steigt in Panik auf den Rand des Balkons und will nach unten springen. Die Polizisten können sie beruhigen.
Währenddessen treffen in Minutenabständen weitere Feuerwehrfahrzeuge am Einsatzort ein. Sofort werden weitere Steckleitern an das Gebäude gelehnt, die ersten Menschen klettern nach unten.


Insgesamt werden 20 Personen, darunter auch Kinder sowie alte und gebrechliche Menschen, von den Feuerwehrkräften aus ihren Wohnungen gerettet.

Über die Geilenkirchener und auch die aus der Nachbarstadt Übach-Palenberg angeforderte Drehleiter werden innerhalb der nächsten halben Stunde insgesamt 20 Personen - teils alte, gehbehinderte und bettlägerige Menschen sowie Kinder - gerettet.
Bei der Rettung der Bewohner bewähren sich die von Sponsoren gestifteten Brandschutzhauben, die den Betroffenen das Atmen trotz der starken Rauchentwicklung ermöglichen. Die meisten Bewohner werden von den Feuerwehrleuten, die teilweise Türen aufbrechen und Fensterscheiben einschlagen müssen, im Schlaf überrascht.
Fünf in dem Haus gemeldete Personen sind zum Zeitpunkt des Feuers nicht in ihren Wohnungen. Die ersten Einsatzkräfte haben die bedrohliche Lage richtig erkannt und über die Leitstelle in Erkelenz alle notwendigen Rettungskräfte angefordert.
So sind nach kurzer Zeit neben der zentralen Löscheinheit Geilenkirchen auch die LE Gillrath, Grotenrath, Hatterath, Süggerath, Teveren, Tripsrath und Waurichen an der Brandstelle. 109 Feuerwehrleute sind zum Ort des Geschehens geeilt, Stadtbrandmeister Michael Meyer leitet den Einsatz der Feuerwehr.
Zum ersten Mal kommt in dieser Nacht der seit dem 1. September im Kreis Heinsberg bestehende Einsatzplan für die Leitenden Notärzte zum Tragen. Dr. Peter Kolen koordiniert die Maßnahmen des Rettungsdienstes, der nach zusätzlicher Alarmierung der Schnellen Eingreif-Gruppe (SEG) mit insgesamt sechs Rettungswagen, zwei Notärzten und zwei Feuerwehrärzten und 20 Rettungssanitätern vor Ort tätig wird.
Die geretteten Menschen werden auch in dem aus Erkelenz angerückten Großraum-Rettungswagen (Bus) notärztlich versorgt. Zehn Personen müssen anschließend mit Rauchvergiftung in die Krankenhäuser nach Geilenkirchen und Heinsberg gebracht werden.
Während noch die letzten Menschen aus den über der Geschäftsebene liegenden drei Etagen mit Drehleitern nach unten gebracht werden, laufen im Keller des weitläufigen Gebäudes die Löschmaßnahmen. "Durch die räumliche Ausdehnung der Kellerräume war es anfangs schwer, den Brandherd zu lokalisieren", erklärt Stadtbrandmeister Michael Meyer.
Aber auch die Hitzeentwicklung macht den Feuerwehrleuten zu schaffen. Zeitweise wird das Feuer mit vier C-Rohren bekämpft. Wegen der sehr starken Verqualmung des Treppenhauses und der Ladenlokale werden insgesamt 38 Atemschutzgeräteträger eingesetzt, über 70 Atemschutzgeräte werden verbraucht.


Der Brand in dem Wohn- und Geschäftshaus verlangt den Einsatz von viel Material und zahlreichen Feuerwehrkräften aus dem ganzen Stadtgebiet.

Zwischenzeitlich sind auch Geilenkirchens Bürgermeister Franz Beemelmanns und Karl-Heinz Gromes vom Ordnungsamt der Stadt eingetroffen. Kreisbrandmeister Karl-Heinz Prömper lässt sich ebenfalls an Ort und Stelle informieren. Nach etwa einer Stunde ist das Feuer unter Kontrolle. Das Ablöschen von weiteren Brandnestern und die Aufräumarbeiten dauern aber noch bis gegen 6 Uhr.
Während der Löschmaßnahmen sperren Polizeibeamte den Theodor-Heuss-Ring komplett. Noch am selben Morgen nehmen die Brandsachverständigen der Polizei ihre Ermittlungsarbeit auf. Die Ursache ist bisher noch nicht geklärt.
Nach ersten Erkenntnissen der Polizei waren zunächst im Keller gelagerte Holzpaletten und andere Gegenstände in Brand geraten. Der Schaden wird nach ersten Schätzungen über 500 000 Mark liegen. Die im Keller befindliche Werkstatt des Sanitätshauses und fast alle Kellerräume sind stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Ware im Sanitätshaus muss ebenfalls als Totalschaden abgeschrieben werden.
Strom- und Wasserleitungen sowie Heizungsrohre sind stark beschädigt. Stromausfall gibt es in dieser Nacht auch für bis zu zwei Stunden für die umliegenden Straßenbereiche mit Gerbergasse, Haihoverstraße und Dammweg. Um die Geretteten kümmert sich die Betreuungs- und Verpflegungsgruppe des DRK Kreis Heinsberg.
Das gegenüberliegende Café hat seine Öffnungszeiten extra bis nach 5 Uhr verlängert, um den evakuierten Hausbewohnern und den Rettungskräften die Möglichkeit eines Schutzes vor Regen und Kälte zu gewähren.
Während zwei Hausbewohner später bei Verwandten unterkommen, muss das Ordnungsamt für weitere acht Betroffene eine Unterbringungsmöglichkeit besorgen. Teile des Hauses werden von der Polizei versiegelt.
GZ vom 17.09.2001

Kellerbrand in Geilenkirchen

Zu einem Kellerbrand in einem Wohn- und Geschäftshaus in der alten Poststraße in der Nacht zum 15. September 2001 wurde die Löscheinheit Tripsrath zur Unterstützung der schon vor Ort arbeitenden Einsatzkräfte gerufen. Die Löscheinheit Tripsrath setzte 4 Trupps unter schwerem Atemschutz ein. Im Keller des Wohn- und Geschäftshauses war aus noch ungeklärter Ursache ein Feuer ausgebrochen. Der dichte Rauch verteilte sich durchs Treppenhaus in den darüberliegenden Wohnungen. Die meisten Personen wurden über Balkone von der Drehleiter aus Geilenkirchen und Übach-Palenberg gerettet. Der eingetroffene Rettungsdienst und einige Notärzte kümmerten sich um die ins Freie gebrachten Personen. Der Atemschutzcontainer und der Grossraumkrankentransporter des Kreises Heinsberg waren ebenfalls vor Ort. Der DRK-Versorgungstrupp des Kreises Heinsberg versorgte die Einsatzkräfte nach dem Einsatz mit Tee, Kaffee und Erbsensuppe.

Brand im Keller - 20 Bewohner evakuiert
Rettungsaktion in verqualtem Haus

Geilenkirchen (an-o/fw). Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungsdienst in der Nacht zum Samstag in der Alten Poststraße: Im Keller eines Mehrfamilienhauses, in dem im Parterre ein Orthopädiegeschäft untergebracht ist, wütete ein Brand. Hausbewohner mussten per Drehleiter gerettet werden.
Nach ersten polizeilichen Erkenntnissen waren im Keller Holzpaletten und andere abgelagerte Gegenstände aus bislang ungeklärter Ursache in Brand geraten. Hierdurch kam es zu enormer Rauchentwicklung in Erdgeschoss und Treppenhaus. Nach Angaben von Geilenkirchens Stadtbrandmeister Michael Meyer wurden 20 Personen aus den insgesamt 16 Wohneinheiten des dreigeschossigen Gebäudes gerettet.
Keine lebensgefährlichen Verletzungen
Zwei Drehleitern - auch die Übach-Palenberger Wehr - kamen zum Einsatz; die Hausbewohner, darunter ältere Menschen und Kinder, wurden von den Feuerwehrleuten aus den oberen Etagen evakuiert. Zehn Menschen mussten mit Rauchvergiftungen in die Krankenhäuser in Geilenkirchen und Heinsberg eingeliefert werden. Die Opfer sind allerdings, so Stadtbrandmeister Meyer, nicht lebensgefährlich verletzt.
Die übrigen Hausbewohner wurden zunächst in das Geilenkirchener Feuerwehrgerätehaus gebracht und dort vom Betreuungszug des DRK versorgt. Später wurden sie mit Hilfe des Ordnungsamtes vorübergehend anderweitig untergebracht. Nach Einschätzung von Meyer können die Wohnungen bald wieder bezogen werden. Der Sachschaden ist beträchtlich, er dürfte sich, so Meyer, auf "einige hunderttausend Mark" belaufen - vor allem, weil im Keller deponierte, wertvolle Artikel des Orthopädiegeschäftes ein Raub der Flammen wurden.
6.30 Uhr unter Kontrolle
Bei dem nächtlichen Großeinsatz, der bis 6.30 Uhr andauerte, waren insgesamt 109 Feuerwehrleute im Einsatz. Angerückt waren zudem zwei Notärzte, zwei Feuerwehrärzte und 25 Rettungsdienstkräfte; zum stattlichen Aufgebot der Löschfahrzeuge in der Alten Poststraße kamen hinzu sechs Rettungswagen, ein Großraumrettungswagen, ein Krankentransportwagen und der Atemschutzcontainer des Kreises. Bewährt haben sich bei den Rettungsaktionen im verqualtem Haus nach Angaben des Stadtbrandmeisters die "Brandfluchthauben" - Einsatzmittel, die Geilenkirchener Firmen der Freiwilligen Feuerwehr spendeten.
aus Aachener Nachrichten vom 17.09.01

Vermutlich Brandstiftung

Kreis Heinsberg: Nach dem Wohnhausbrand am Samstag in Geilenkirchen (die AZ berichtete) haben die bisherigen Ermittlungen der Polizei Heinsberg ergeben, dass "wahrscheinlich Brandstiftung ursächlich für das Feuer war".