Großbrand in Hünshoven

Feuer in Wohn- und Geschäftshaus - Elf Wehren im Einsatz

Geilenkirchen-Hünshoven: Eine schwarze Rauchwolke verdunkelte gestern Nachmittag Teile von Hünshoven. Gleichzeitig loderten meterhohe Flammen aus dem Dachstuhl eines zweieinhalb-geschossigen Wohn- und Geschäftshauses an der Konrad-Adenauer-Straße kurz hinter dem Bahnübergang.
Nachbarn hatten das Feuer gegen 17.20 Uhr bemerkt und sofort die Feuerwehr alarmiert. Bevor die Löscheinheit Geilenkirchen kurze Zeit später eintraf, hatten Polizeibeamte bereits die Straße abgesperrt. Nicht zuletzt wegen der Gefahr eines Übergreifens der Flammen auf die angebaute Häuserzeile hatte die Leitstelle sofort auch die Löscheinheiten Süggerath, Waurichen, Gillrath/Hatterath, Teveren, Tripsrath und später zur Unterstützung auch Prummern und Beeck alarmiert. Neben der Geilenkirchener Drehleiter kam auch die Übach-Palenberger Drehleiter zum Einsatz. Die Messeinheit aus Heinsberg und die Awacs-Feuerwehr mit einer Wärmebildkamera wurden ebenfalls alarmiert.
Mit sechs C-Rohren und zwei Rohren über die Drehleitern bekämpften die Feuerwehrleute den Brand. Wegen der großen Hitzeentwicklung in dem Gebäude mussten die anfangs im Innern eingesetzten Feuerwehrkräfte das Gebäude kurze Zeit später wieder verlassen. Der Dachstuhl wurde komplett ein Raub der Flammen, auch die beiden oberen Etagen fielen dem Brand zum Opfer.
Zahlreiche Nachbarn hatten beobachtet, dass aus dem linken zu einem Kinder-zimmer gehörenden Fenster des Dach-geschosses die ersten Flammen schlugen. Das Dachgeschoss und die erste Etage wurden von einer sechsköpfigen Familie bewohnt, die nach dem Brand bei Bekannten untergebracht werden musste. Die Geschäftsräume in Parterre stehen schon seit Jahren leer. Das Haus ist nicht mehr bewohnbar. Die große Anzahl an Schaulustigen wurde von der Polizei hinter die Bahnschranken geschickt, die anschließend geschlossen blieben. Auch im Zugverkehr kam es zu Beeinträchtigungen. Der Schaden beträgt nach ersten Schätzungen über 100000 Euro. Ein Brandsachverständiger der Polizei nahm gestern die Ermittlungen auf.
aus: Geilenkirchener Zeitung vom 07.06.03

Brand in Hünshoven:
Ursache noch unklar

Geilenkirchen-Hünshoven: Noch völlig unklar ist die Ursache für den Großbrand am Freitagnachmittag in der Geilenkirchener Konrad-Adenauer-Straße.
Nachbarn hatten das Feuer in einem Zimmer des Wohn- und Geschäftshauses in Hünshoven entdeckt.
Bei Brandausbruch schlugen zunächst Flammen nur aus dem linksseitig gelegenen Dachgeschosszimmer eines jungen Mannes der sechsköpfigen Familie. Innerhalb nur weniger Minuten war das Feuer auf den gesamten Dachstuhl übergegriffen.
Nach Eintreffen der ersten Löschfahrzeuge nahmen die Einsatzkräfte sofort die Brandbekämpfung mit C-Rohren auf, wobei die Wasserversorgung über Hydranten sichergestellt wurde.
Kurzfristig kam der Zugverkehr auf der Bahnstrecke Aachen-Mönchengladbach im Bereich Geilenkirchen zum Erliegen, damit die aus allen Himmelsrichtungen anrückenden Feuerwehrfahrzeuge die Einsatzstelle ungehindert anfahren konnten und somit eine schnelle Brandbekämpfung gewährleistet war.
Über die beiden Drehleitern aus Geilenkirchen und Übach-Palenberg wurden die Flammen von oben bekämpft. Außerdem setzten die Feuerwehren sechs C-Rohre von außen und später von innen ein.
Der Einsatz im Hausinnern erwies sich als besonders schwierig, da sich eine enorme Hitze entwickelte. Wegen der starken, viele Kilometer weit sichtbaren Rauchentwicklung mussten die Einsatzkräfte mit Atemschutz vorgehen.
Im aus Erkelenz angeforderten Atemschutzcontainer des Kreises Heinsberg musste das Leitstellenteam, Markus Claßen und Peter Müller, bis zum Abend 45 Atemschutzgeräte austauschen. Notarzt, Rettungs- und Krankenwagen standen in Bereitschaft.
Besonders herabfallende Dachpfannen bildeten eine nicht unerhebliche Gefahr. Rund 200 Schaulustige waren der Rauchentwicklung und den Einsatzfahrzeugen gefolgt.
Die Polizei veranlasste eine Schließung der Bahnschranken, um die Neugierigen auf notwendige Distanz zu halten. "Würden Sie bitte das Feuerwehrauto zur Seite setzen, ich möchte durch", sagte eine Autofahrerin, die sich freie Fahrt verschaffen wollte. Über eine derartige Dreistigkeit konnte die Polizei nur den Kopf schütteln.
Später veranlassten Armin Kaumanns und Karl-Heinz Gromes vom Geilenkirchener Ordnungsamt die Sperrung der Konrad-Adenauer-Straße für den Verkehr zwischen dem Theodor-Heuss-Ring und "An der Friedensburg" durch den Bauhof.
Bürgermeister Franz Beemelmanns und die Beigeordneten Hans Hausmann und Herbert Brunen informierten sich am Einsatzort über die Lage. Insgesamt waren bis Einsatzende um 21 Uhr 119 Feuerwehrleute am Brandort. Die Männer der Messeinheit Heinsberg konnten keinerlei Schadstoffe feststellen.
Mit der Wärmebildkamera des Nato Fire-Departments spürten die Awacs-Feuerwehrleute auch die letzten Brandnester auf. Zur Kontrolle musste auch ein geringer Teil der Dachhaut des direkt angebauten Nachbarhauses geöffnet werden. Der Dachstuhl des brennenden Hauses und die darunter liegenden Zimmer fielen komplett den Flammen zum Opfer.
Die sechsköpfige Familie fand bei Freunden und Bekannten eine Unterkunft. Leo Peters, stellvertretender Leiter der Zentralen Kriminalitätsbekämpfung, nahm noch am Freitag-abend die Ermittlungen auf. Der Kriminalbeamte geht von mindestens 100.000 Euro Schaden aus.
Eine Anekdote am Rande: Eine Nachbarin nutzte den überlaufenden Wasservorrat des Tanklöschfahrzeuges für ihre eigenen Zwecke. Sie füllte mehrmals ihre Gießkannen mit dem ansonsten vergeudeten Wasser und goss damit den trockenen Garten.
Weil am Haus Einsturzgefahr besteht, erfolgte am Samstagmorgen die halbseitige Sperrung der Konrad-Adenauer-Straße im betroffenen Bereich. Der Verkehr wird derzeit per Ampel geleitet. aus: Geilenkirchener Zeitung vom 10.06.03 - Fotos: Georg Schmitz