Großbrand legt Haus in Schutt und Asche

Ein Bewohner mit schweren Verbrennungen ins Klinikum.
Über 80 Wehrleute im Einsatz.
Sittarder Straße stundenlang gesperrt.

Geilenkirchen: Ein Raub der Flammen wurde gestern Abend ein landwirtschaftliches Anwesen an der Sittarder Straße in Geilenkirchen. Ein Bewohner des Hauses erlitt dabei schwere Brandverletzungen, eine Frau wurde leicht verletzt. In dem Gebäude war eine Futtermittelhandlung untergebracht, die komplett den Flammen zum Opfer fiel. Innerhalb weniger Minuten hatten sich die Flammen bis zum Dachstuhl vorgearbeitet. Als die ersten Feuerwehrfahrzeuge eintrafen, brannte das große Anwesen lichterloh, die Flammen schlugen meterhoch aus dem Dach. Neben der Löscheinheit Geilenkirchen wurden auch die Löscheinheiten Süggerath, Waurichen, Gillrath/Hatterath, Niederheid, Tripsrath und Teveren sowie die Messeinheit aus Dremmen alarmiert. Weil die Geilenkirchener Drehleiter wieder einmal defekt war, musste die Drehleiter aus Übach-Palenberg angefordert werden. Mit zahlreichen C-Rohren bekämpften die rund 80 Feuerwehrleute den Brand und hatten das Feuer nach einer knappen Stunde unter Kontrolle. Zwischenzeitlich war auch ein Teil des Daches unter lautem Getöse eingestürzt. Neben drei Notärzten war ein Dutzend Rettungskräfte am Einsatzort. Ein Rettungswagen brachte den schwer Verletzten später in die Verbrennungsabteilung des Klinikums Aachen. Die leicht verletzte Frau wurde am Einsatzort behandelt. Vor Ort wurde auch der Atemschutzcontainer aus Erkelenz eingesetzt. Die Polizei sperrte die Sittarder Straße für mehrere Stunden. Der Sachschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf einige hunderttausend Euro.

aus: Geilenkirchener Zeitung vom 13.12.03 - Foto und Text: Georg Schmitz

Defekter Gasofen löst Feuer aus

152 Einsatzkräfte kämpfen gegen die Flammen.
Sachschaden wird auf rund 300 000 Euro geschätzt.

Erst am hellichten Tag ist das ganze Ausmaß des Großbrandes zu erkennen, der dieses Haus in Schutt und Asche legte. Die Wehr musste zu Nachlöscharbeiten ausrücken.

Geilenkirchen: Geilenkirchen. Einen Tag nach dem Großbrand in der Sittarder Straße in Geilenkirchen wird das ganze Ausmaß der Zerstörungen deutlich. Nichts blieb vor den Flammen verschont, die im Wohnbereich, im Lager der Futtermittel- und Tierhandlung bis hin zum Dachstuhl gewütet haben.
Nach ersten Erkenntnissen der Polizei, die noch am Freitagabend die Ermittlungen aufgenommen hatte, ist die Ursache für das Feuer in dem ehemaligen Bauernhof in der "Inbetriebnahme eines Gasheizofens" zu sehen. Dabei hatte sich der 44-jährige Bewohner derart starke Verbrennungen zugezogen, dass er zum Klinikum nach Aachen gebracht werden musste. Der Mann hatte sich zudem mit einem Sprung aus dem Fenster vor weiteren Flammen gerettet. Seine 50-jährige Ehefrau blieb unverletzt. Der Schaden wird nach derzeitigem Erkenntnisstand auf über 300.000 Euro geschätzt.
Zwei Beamte der Polizeiwache Geilenkirchen retteten zwei Hunde aus dem brennenden Gebäude, die Feuerwehr konnte eine Ziege in Sicherheit bringen. Weitere, im hinteren Teil des großflächigen Anwesens untergebrachte exotische Tiere wie Papageien, Ratten oder Vogelspinnen waren durch das Feuer nicht zu Schaden gekommen. Das Kreis-Veterinäramt entscheidet über die weitere Unterbringung der Tiere.
Keine Schadstoffe
"Wir hatten 152 Feuerwehrleute am Einsatzort", nannte der stellvertretende Kreisbrandmeister Hans-Hubert Plum beeindruckende Zahlen. Insgesamt habe die Feuerwehr sechs C-Rohre im Innen- und Außenangriff sowie ein B-Rohr über die Drehleiter Übach-Palenberg bei den Löscharbeiten eingesetzt.
Die Feuerwehrkräfte bargen eine Propangasflasche aus dem Gebäude, bevor diese weiteren Schaden anrichten konnte. Bei der Brandbekämpfung kann die Geilenkirchener Drehleiter zurzeit nicht zum Einsatz kommen, weil sich der Rettungskorb seit fast zwei Wochen zu Wartungs- beziehungsweise Reparaturarbeiten in Karlsruhe befindet. Weil zahlreiche Atemschutzgeräte wieder befüllt werden mussten, hatte der Atemschutzcontainer des Kreises am Wasserturm vorübergehend seinen Standort eingenommen. Neben Kreisbrandmeister Karl-Heinz Prömper war auch ein Vertreter des Geilenkirchener Ordnungsamtes an der Einsatzstelle. Mitarbeiter der "Energie- und Wasserversorgung" sorgten für das Abschiebern der Gasleitung. Die Männer der Messeinheit aus Heinsberg-Dremmen konnten zu keiner Zeit eine überhöhte Schadstoffbelastung in der Luft feststellen.
Noch am späten Abend und in der Nacht entfernte Mitarbeiter des Geilenkirchener Bauhofes die Brandlasten mit einem Radlader aus dem Gebäude. Dabei kamen immer wieder Glutnester zum Vorschein, die sofort abgelöscht wurden. Durch den Brand kam es zu einem Kurzschluss, der für drei Stunden für einen Stromausfall im Nahbereich sorgte. Mehrere Stunden sperrten Polizei und Feuerwehr die Sittarder Straße zwischen Wasserturm und Kreuzung Berliner Ring.
Am Samstagmorgen musste die Löscheinheit nochmals zu Nachlöscharbeiten ausrücken. Derzeit ist im Bereich der Brandstelle eine teilweise Sperrung der Fahrbahn eingerichtet. Am Sonntagmorgen musste die Wehr erneut zu Nachlöscharbeiten zu dem Haus ausrücken.

aus: Geilenkirchener Zeitung vom 15.12.03 - Foto und Text: Georg Schmitz