Feuerwehr rettet Schweine aus den Flammen

Großeinsatz bei Feuer auf einem Bauernhof in Hoven. Sachschaden dürfte weit über 100.000 Euro betragen. Brandursache ist bislang noch unklar.

Geilenkirchen-Hoven. Beim Brand eines Schweinestalles in Geilenkirchen-Hoven entstand am frühen Samstagmorgen ein Schaden von weit über 100.000 Euro. Personen kamen nach Angabe der Feuerwehr nicht zu Schaden, auch die rheinischen Zuchtschweine des Landwirtes konnten größtenteils unverletzt gerettet werden.
Über 140 Feuerwehrleute waren im Wechsel mehr als einen halben Tag lang im Einsatz.
Gegen 1.40 Uhr waren Anwohner durch lautes Knallen auf den Brand des mit 40 wertvollen Zuchtsauen besetzten zweigeschossigen Gebäudes aufmerksam geworden. Ein Feuerwehrmann war wenige Minuten zuvor noch von Uetterath kommend auf dem Nachhauseweg durch Hoven gefahren und hatte nichts bemerkt. Beim Eintreffen der ersten alarmierten Löscheinheiten schlugen die Flammen auf voller Gebäudebreite bereits aus dem Dach. Von dem berstenden Eternitdach rührten auch die Knallgeräusche her. Wegen der brisanten Brandlage wurden der Zug 1 der Freiwilligen Feuerwehr mit den Löscheinheiten Geilenkirchen, Süggerath und Waurichen sowie Zug 4 mit Beeck, Nirm, Prummern und Würm alarmiert. Zusätzlich kamen aus Zug 2 die Löscheinheit Teveren und aus dem Zug 3 die Löscheinheit Tripsrath zum Einsatz.

100 Morgen Stroh

Während die im oberen Teil des Gebäudes lagernden 100 Morgen Stroh in Rundballen in hellen Flammen standen, befanden sich die unter der Betondecke befindlichen 40 Schweine noch unversehrt in ihren abgetrennten Boxen. Deshalb hatte für die Feuerwehrleute parallel zur Brandbekämpfung die Rettung der Tiere oberste Priorität. Zusammen mit dem betroffenen Landwirt Werner Peschen trieben Feuerwehrmänner die Sauen ins Freie und brachten sie zum Teil in andere Stallungen. Rund 50 Muttersauen mit ihren Ferkeln bekamen in einem Nebengebäude außer der Geräuschentwicklung durch die Brandbekämpfungsmaßnahmen nichts mit und blieben wohlauf. Im Laufe der Nacht wurden zwei Dutzend der geretteten Schweine von befreundeten Landwirten abgeholt und auf deren Anwesen untergebracht.

Gefährliche Glutnester

Landwirt Werner Peschen, seit 51 Jahren selber Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Nirm, packte überall mit an und trug so maßgeblich zur Rettung seiner Zuchtsauen bei. Zwei Schweine erlitten im Gedränge allerdings Verletzungen. Die Feuerwehrkräfte unter Einsatzleitung von Stadtbrandinspektor Michael Meyer bekämpften das Feuer mit sieben C- und zwei B-Rohren. Über die Drehleiter wurde ein Schaumrohr eingesetzt, das den Strohspeicher mit Schaum flutete und so die letzten Flammen vorübergehend zum Ersticken brachte.

Um die Wasserversorgung sicherzustellen, mussten hunderte Meter Schlauchleitung zu verschiedenen Hydranten verlegt werden. Fast 100 Atemschutzgeräte beziehungsweise Filter und viel Schaummittel wurden bei dem Einsatz verbraucht. Aus diesem Grund standen zur Befüllung der Atemschutzgeräte der Atemschutzcontainer wie auch der Schaummittelcontainer des Kreises Heinsberg in Hoven bereit.

Weil sich der Einsatz viele Stunden hinzog, wurde ebenfalls die Betreuungskomponente der 1. Einsatzeinheit des Deutschen Roten Kreuzes mit ihrem Verpflegungszelt angefordert. Die DRK-Kräfte versorgten die unter erschwerten Umständen arbeitenden Feuerwehrkameraden mit Essen und Trinken. Noch am Samstagnachmittag wurden im Stroh immer wieder Glutnester entdeckt und gelöscht. Die starke Rauchentwicklung war auch jetzt noch weithin sichtbar. Die in der Nacht arbeitenden Feuerwehrleute wurden zum Teil im Laufe des Samstags von anderen Kameraden abgelöst, so dass auch die Löscheinheit Gillrath-Hatterath zum Einsatz kam. Der Strohspeicher musste von Hand mit Mistgabeln leergeräumt werden. Das zum Teil noch glimmende Stroh wurde auf einer Wiese von einem Frontlader auseinandergezogen und endgültig abgelöscht.

Kripo ermittelt

Der Leiter des Geilenkirchener Ordnungsamtes, Armin Kaumanns, informierte sich am Morgen über das Brandgeschehen, die Kriminalpolizei nahm die Ermittlungen nach der bisher nicht geklärten Ursache auf.

aus Geilenkirchener Zeitung vom 08.10.2007
Fotos: Georg Schmitz