Tierrettung in Niederheid am 01.05.2017

Geilenkirchen-Niederheid. Unter dem Einsatzstichwort "Hilfeleistung 1 Kleintier in Not" wurde die Löscheinheit Tripsrath-Niederheid zu einer "eingeschlossenen Katze" gerufen.

An der Einsatzstelle waren deutlich Tierlaute in einem Innenhof in der Nähe eines Regenfallrohres zu hören.
Das Regenfallrohr wurde teilweise entfernt und Tierschreie waren aus dem Rohr hörbar, jedoch kein Tier erkennbar. Die Feuerwehr nahm eine Leiter vor, um über das Dach zu erkunden, ob die Katze sich noch im oberen Teil des Rohrsystems befand, was jedoch zügig ausgeschlossen werden konnte.
Das Tier schien sich im unterirdischen Teil des Rohrsystems zu befinden, jedoch war bis in 3 m Tiefe kein Tier zu sehen.
Glücklicherweise verfügte man vor Ort über eine Rohrkamera, mit der dann das Rohrsystem befahren wurde und nach kurzer Zeit das Tier gefunden wurde. (Siehe Bild: Durch die Drehung der Kamera ist der Rohrboden links oben.) Erkennbar ist eindeutig ein Tierkopf und das Tier bewegte noch den Kopf, verließ aber die Position nicht. Über die Länge der Kameraleitung wurde ermittelt, dass sich das Tier ca. in 3m Tiefe und ca. 2m seitlich unter der Erdoberfläche befand, wobei der genaue Verlauf der Leitung unbekannt war.
Auf allen Seiten des Objektes befanden sich Kanalrohre, in die evtl. das betroffene Rohr entwässert. Trotz intensiver Erkundungen bot sich von hier keine Möglichkeit eines Zugangs. Es wurde vom Keller aus versucht, eine passende Revisionsöffnung zu finden, von der aus man das Tier hätte erreichen können, leider ohne Erfolg. Immer waren Betonmauern und Erdmassen davor.

In dieser recht ausweglosen Situation wurde der Versuch beschlossen, eine improvisierte Drahtschlinge an der Kamera zu befestigen und damit Rettungsversuche zu unternehmen. Nach vielen vergeblichen Versuchen hatten wir Glück und die Schlinge legte sich zufällig um den Kopf des Tieres. Über den Seilzug wurde die Schlinge zugezogen und es gelang, damit das Tier zu greifen. Es wurde zügig aus dem Rohr gezogen und stellte sich als Marder heraus.


Vermulich handelt es sich noch um ein Baummarder-Jungtier. Nach einer Beruhigungsphase und einer kleinen Stärkung machte das Tier einen munteren Eindruck und schien den Unfall unbeschadet überstanden zu haben.
Es konnte somit in einem nahegelegenen Wald wieder in die Freiheit entlassen werden.

Bericht und Fotos LE Tripsrath-Niederheid