Feuer in Tripsrather Kirche

Geilenkirchen-Tripsrath: Durch Sirenengeheul wurde gestern nachmittag die Tripsrather Bevölkerung aufgeschreckt. Dichter Qualm drang aus der 120 Jahre alten St. Anna Kirche. Gegen 15.10 Uhr hatten vorbeifahrende Jugendliche zunächst gedacht, der aufsteigende Rauch käme aus dem Kamin des Nachbarhauses. Zehn Minuten später bemerkte jedoch eine Anwohnerin, daß es in der Kirche brannte. Die sofort alarmierte Löscheinheit Tripsrath baute schnell eine Wasserversorgung auf und setzte ein C-Rohr für die Brandbekämpfung ein. Der Einsatz war schwierig, weil ein Hydrant eingefroren war. Mittlerweile waren auch die Löscheinheiten Gillrath und Geilenkirchen eingetroffen, kurze Zeit später auch die Niederheider Wehr. Dechant Winfried Müller, selbst aktiver Feuerwehrmann in Gillrath, beteiligte sich ebenfalls an den Löscharbeiten. Mit mehreren C-Rohren bekämpfte die Freiwillige Feuerwehr das Feuer in der Kirche. Mehrere Trupps mußten unter Atemschutz bis zum Brandherd vordringen. Beißender Rauch drang jetzt auch aus dem Dachstuhl des Gotteshauses. Von der Geilenkirchener Drehleiter aus kontrollierten die Männer den Dachstuhl auf Brandnester. Dem schnellen Eingreifen der Wehrleute ist es zu verdanken, daß die Flammen nicht auf weitere Teile der St. Anna Kirche übergriffen. So war das Feuer nach einer halben Stunde unter Kontrolle. Der Brandherd war, wie sich später herausstellte, die Krippe im Chorraum. Die Brandursache ist wahrscheinlich eine brennende Kerze. Brandstiftung kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Der Schaden beträgt nach ersten Schätzungen weit über 100000 Mark.
aus: "Geilenkirchener Zeitung" vom 13.01.1997

Wehrleute aus vier Löscheinheiten bekämpften gestern nachmittag das Feuer in der St. Anna-Kirche in Tripsrath. Foto: Georg Schmitz