Im Jahre 1934 wurde im Zuge der allgemeinen Verbesserung des Feuerschutzes aufgrund eines bereits im Jahre 1928 vom Ortsbrandmeister Johann Drießen gestellten Antrages mit der Errichtung eines neuen Gerätehauses mit Steig- und Schlauchtrocknungsturm begonnen.

Vorher gab es nur einen einfachen Holzschuppen, in dem die Feuerwehr ihre wenigen Gerätschaften untergestellt hatte.

Dieses neue Gerätehaus stellte naturgemäß eine wesentliche Verbesserung des Feuerschutzes dar. Es bot den Feuerwehrleuten einen Aufenthalts- und Versammlungsraum. Zusätzlich konnten in einer Fahrzeughalle alle Gerätschaften trocken gelagert werden. Weiterhin bot der Steigerturm Gelegenheit den Einstieg in 2-stöckige Gebäude mittels Haken- oder Anstellleitern zu üben. Der Steigturm war gleichzeitig als Schlauchtrocknungsturm ausgebaut. Nasses Schlauchmaterial konnte hierin zum Trocknen aufgehängt werden.

Bei der Bausubstanz handelte es sich um einen einfachen Backsteinbau. Im Versammlungs- und Aufenthaltsraum sowie in der Fahrzeughalle waren innen ein Zement- bzw. Kalkputz aufgetragen.
Diese beiden Bauteile waren als Flachbau gestaltet und mit einer Betondecke abgeschlossen. Hierauf waren mehrere Lagen Isolierpappe aufgeklebt. Weitere Isolierungen fehlten.
Bei dem Trocken- und Steigturm handelte es sich um ein Bauwerk mit einer Gesamthöhe von ca. 8 m.
Gar manche Steigübung mit Hakenleitern ist an diesem Gebäude ausgeführt worden.
Den Turm konnte man im Inneren über eine Steigeisenleiter erklimmen. Der Turm war durch 2 Plattformen unterteilt, in denen dünne Betondecken eingezogen waren. Den Abschluß des Trockenturms bildete ein Holzbalken, der in Wellen gelagert war. Über diesen Holzbalken konnten die nassen Schläuche hochgezogen und aufgehängt werden. Mit welcher Technik dies anfänglich geschehen ist, konnte nach dem Kriege nicht mehr festgestellt werden. Zwar befand sich am Boden des Trockenturms eine Art mechanische Kurbel. Diese war jedoch nach dem Kriege teilweise zerstört und so verrostet, daß sie nie mehr in Betrieb genommen wurde. Ebenso funktionierten im Laufe der Zeit die Wellen an dem Holzbalken nicht mehr, so daß Schläuche nur noch
über die Steigleiter nach oben gezogen und über den Balken gehängt werden konnten.
Im Zuge der politischen Veränderungen nach 1933 konnte die Feuerwehr dieses Gerätehaus aber nicht ausschließlich alleine nutzen. Vielmehr wurden zeitweise in dem Versammlungs- und Schulungsraum auch HJ-Versammlungen abgehalten.
Die Fenster des Steig- und Schlauchtrocknungsturms waren vergittert. Diese Räumlichkeiten sollten bei Bedarf gleichzeitig als Arrestzelle genutzt werden. Es ist aber nicht überliefert, ob dies jemals zum Tragen gekommen ist.

Nach dem Kriege (im Jahre 1947) diente der Schulungsraum infolge der Raumknappheit durch die Kriegszerstörungen vorübergehend als Schulraum. Hierin wurde - meist im 2-Schicht-Betrieb - der Unterricht für jeweils 4 Schuljahre erteilt. Das Flachdach des Schulungsraums war jedoch keinesfalls dicht. Vielmehr tropfte der Regen durch die Dachhaut. Das Wasser wurde in einem darunter gestellten Eimer aufgefangen. Beheizt wurde das Gebäude zu dieser Zeit mit einem "Kanonenofen". Hierin wurde so ziemlich alles verheizt, was zur damaligen Zeit verfügbar war (Holz, Kohle, Schlamm etc.).
Die Feuerwehr hat die Raumaufteilung des Gebäudes nach dem Jahr 1960 durch Holzeinbauten in Eigenleistung teilweise verändert. Ein Teil des Schulungsraumes wurde abgetrennt, um hierin unsere Einsatzkleidung zu lagern.
Ebenso wurde später eine provisorische Toilette eingebaut. Des weiteren wurde der "Kanonenofen" durch einen Ölofen ersetzt.

Die Stadt Geilenkirchen hat versucht den Schulungsraum zu isolieren. Dieser Versuch war allerdings nicht erfolgreich. In den Wintermonaten bildeten sich bei Frostwetter regelmäßig Eisblumen an den Fenstern. Ebenso lief Dunstwasser an den Fenstern und Wänden herab. Der nachträglich eingebaute Isolierboden war oftmals total feucht angezogen. Eine nachträglich in den Schulungsraum und in die Fahrzeughalle eingebaute Heizung mit Elektrostrahlern verursachte zwar ernorme Kosten, konnte letztlich aber die Isolationsprobleme nicht beheben
Als einen Tisch im Versammlungs- und Schulungsraum haben wir irgendwann das Möbelstück aus dem Sitzungssaal des Rathauses übernehmen können. Einen zweiten Tisch haben wir uns selbst zusammengebaut. Die Stühle in unserem Übungsraum waren bunt zusammengewürfelt und bestanden teils aus Holzklappstühlen.

Im Laufe der Zeit war die Fahrzeughalle zu klein geworden. Ebenso reichte der abgetrennte Teil, in dem wir unsere Einsatzkleidung gelagert hatten, nicht mehr aus. Bei einem Einsatz herrschte oftmals drückende Enge, wenn sich mehrere Feuerwehrleute gleichzeitig ausrüsten wollten.
Zusätzlich war die Bausubstanz durch Witterungseinflüsse schadhaft geworden. Mörtel war aus den Fugen ausgebrochen, so daß man durch die Fugen des Steigerturms hindurch sehen konnte.
Infolge der fehlenden Isolierung des Gebäudes gab es zunehmend Feuchtigkeitsschäden an der Einsatzkleidung und an Einsatzgeräten. Die Scharniere der Türen zum Schulungsraum und zum Steigerturm waren zuletzt ausgebrochen bzw. weggefault, so daß die Türen nur noch angelehnt waren.
Trotz dieser Widrigkeiten wurde dieses Gerätehaus noch bis zum Mai 1990 genutzt, bis das neue Gerätehaus in der Hubertusstraße fertiggestellt worden war.
Das alte Gerätehaus wurde noch im Jahre 1990 - wegen Baufälligkeit - abgebrochen.